Neue Hauptplatine für das Commodore 1541-Diskettenlaufwerk, Teil II

Einführung

Vor einiger Zeit wurde bereits über die Idee eines neuen Systemboards für das 1541 von Commodore gesprochen. Wie damals angekündigt, war dies nicht das eigentliche Ziel, sondern nur ein Zwischenschritt.

Heute wird über den nächsten “Meilenstein” und den aktuellen Stand des Boards berichtet.

Es hat sich wieder einiges getan, und seit einiger Zeit wird ein neuer Prototyp getestet.

Rückblick

Wie bereits erwähnt, war der erste Schritt, die Controller-Platine des 1541 komplett neu zu bauen, jedoch als 1:1-Replik. Dies gelang problemlos, und die Platine funktioniert seit Jahren einwandfrei in einem der Laufwerke.

Was als verrückte Idee begann, entwickelte sich immer mehr zu einer kleinen Evolution.

Inzwischen wurde nicht nur ein Ersatz für das Gate-Array geschaffen, sondern auch eine umschaltbare Lösung für IEEE-488 und den CBM-Bus (“IEC-Bus”) mit dem TriMod-2.0-Adapter. Darüber hinaus wurden auch Ersatzlösungen für die beiden linearen Spannungsregler entwickelt, die bei geringerer Leistungsabgabe nur handwarm werden.

Warum also nicht all diese Dinge einbeziehen?

Änderungen

Fast die gesamte TTL-Technologie wurde nun auf ein CPLD von Xilinx verlagert. Dies sparte enorm viel Platz.

Dann wurden, wie bereits erwähnt, die beiden Spannungsregler durch zwei Schaltregler ersetzt. Diese wurden für die doppelte Last ausgelegt, plus Reserve. Preislich machte das keinen Unterschied, aber sie werden nur handwarm, wenn das Floppy-Laufwerk läuft.

Dadurch entsteht keine nennenswerte Abwärme, was natürlich auch Energie spart.

Natürlich wurde die allgemeine Problematik von getakteten Schaltreglern und den damit verbundenen Problemen aufgrund des Ripples untersucht.

Die Überraschung war groß, als Messungen an Originalplatinen durchgeführt wurden. Leider hat Commodore hier meiner Meinung nach einen Designfehler gemacht, da die beiden Massebahnen für 12V und 5V nur an einem einzigen Punkt (in der Nähe des Gleichrichters) zusammengeführt wurden.

Dies führt zu Masseschleifen, die den Ripple extrem erhöhen. Die Werte sind so hoch, dass selbst die billigsten Schaltregler aus China diesen Ripple nicht mehr beeinflussen.

Dennoch wurde bei der Entwicklung der Stromversorgung darauf geachtet, den Ripple extrem niedrig zu halten. Und das ist auch gelungen.

Da um SMD-Bauteile ohnehin kein Weg herumführte, wurde die gesamte Platine dort, wo es möglich war, auf SMD umgestellt.

Die nächste Generation des 1541

So entstand das neue Systemboard, das viele Änderungen und einige neue Funktionen erhielt. Und ich denke, es kann sich sehen lassen:

Features Liste

Schnittstellen

  • CBM-Bus in Form der beiden runden DIN-Buchsen
  • Anschluss für paralleles Kabel (für SpeedDOS oder DolphinDOS)
  • GPIB (IEEE-488)-Schnittstelle (umschaltbar auf CBM-Bus und paralleles Kabel)

Schreib-/Leseverstärker

  • Angepasstes System aus dem 1541-II. Die gesamte analoge Technologie wurde in einen Chip integriert.

Stromversorgung

  • Komplett neu gestaltete Stromversorgung durch hocheffiziente Schaltregler

Größe

  • Einsparung fast der gesamten TTL-Technik und Ersatz durch ein CPLD
  • Die Platine ist auf etwa die Hälfte geschrumpft, verglichen mit der sogenannten “Short-Board”.

Sonstiges

  • RAM auf 32 kByte erweitert
  • 64 kByte EEPROM für vier Kernels à 16 kByte
  • Umschaltbar zwischen 1541- und 2031-Betrieb
  • Status-LEDs

Einbau in das 1541

Der Einbau ist sehr einfach. Alle Kabel vom alten Systemboard abtrennen, die Schrauben entfernen, das Board durch das neue ersetzen, die Schrauben festziehen und die Kabel wieder anschließen.

Die Anschlüsse für den CBM-Bus befinden sich weiterhin an derselben Stelle wie auf dem Originalboard.

Für das parallele Kabel und das IEEE-488-Kabel muss jedoch eine Öffnung ins Gehäuse gefeilt werden. Mit einem Flachbandkabel ist das aber nicht sehr schwierig.

Da die alte Metallhalterung und der Kühlkörper für die linearen Regler jetzt fehlen, ist eine Befestigung auf der rechten Seite nicht möglich. Die Platine wird nun nur noch von drei Schrauben gehalten.

Besonders beim Einstecken des Kabels für den IEEE-488-Bus ist besondere Vorsicht geboten, um ein Verbiegen der Platine an dieser Stelle zu vermeiden.

Vorschau

Wahrscheinlich werden sich viele nun fragen, warum nicht mehr Spielereien integriert wurden, wie z. B. ein elektronischer Diskettenstanzer, eine Spuranzeige usw.

Wie eingangs erwähnt, ist diese Platine nur ein weiterer Zwischenschritt.

Daher ist das Thema an dieser Stelle nicht abgeschlossen. Es wird eine Fortsetzung geben…

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