Nero Audio CD-Images mounten unter Arch Linux

Die Möglichkeit, Nero Audio CD-Images unter Arch Linux zu mounten, eröffnet Benutzern die Möglichkeit, Audio-CDs im Nero-Format zu verwenden und ihre Inhalte auf ihren Linux-Systemen abzuspielen oder zu extrahieren. Nero ist eine beliebte Software für die Erstellung von CD-Images, einschließlich Audio-CDs, und das Mounten solcher Images erfordert spezielle Schritte unter Arch Linux. In dieser Anleitung werden wir die Schritte zur Einrichtung und Nutzung eines Werkzeugs zum Mounten von Nero Audio CD-Images unter Arch Linux erläutern, um Benutzern eine nahtlose Möglichkeit zu bieten, ihre Audio-CD-Sammlung zu verwalten und zu genießen.



1. Einleitung

Der De-Facto-Standard für CD-ROM Abbilder sind sogenannte ISO Dateien. Diese sind im Standard ISO 9660 definiert. Linux kann diese auch problemlos als Dateisystem einhängen. Die kleinen silbernen Scheiben konnten aber noch weitaus mehr, als nur reine Daten zu beherbergen. Die bekannteste Art der CD sind die Musik-CDs. Diese sind aber nicht in der ISO 9660 beschrieben, sondern im sogenannten Red Book Standard, welcher unter Linux aber nicht verfügbar ist.

Früher war das Programm Nero Burning ROM sehr beliebt, wenn es um das schreiben von CD-Rohlingen ging. Damit konnten auch Abbilder im NRG Format geschrieben werden. Hierbei handelt es sich um ein variables Container Format. Bei reinen Daten CD-ROMs können diese mit dem Tool nrg2iso einfach in das ISO Format konvertiert werden und dann ganz einfach über den mount Befehl eingehangen werden.

Sind aber Audio Spuren vorhanden, können die NRG Dateien nicht in das ISO Format überführt werden, weil der ISO 9660 Standard keine Audio Dateien kennt.

Nun wurden Audio CDs früher entweder als cue/bin oder eben als NRG geschrieben. Und möchte man diese heute wieder mounten, bzw. unter Linux nutzen, ist dies so ohne weiteres nicht möglich. Mit dem Tool CDEmu steht ein komfortabler und freier CD Emulator zur Verfügung, der unter anderem auch NRG Images mit Audio Spuren unterstützt.


2. CDEmu

CDEmu repräsentiert einen kostenfreien Emulator für CD-, DVD- und Blu-ray-Laufwerke, der speziell für das Linux-Betriebssystem entwickelt wurde. Diese innovative Anwendung ermöglicht es, Abbilder von optischen Speichermedien, auch als “Images” bezeichnet, in virtuelle Laufwerke zu laden. CDEmu bietet somit eine effektive Methode zur virtuellen Repräsentation von physischen CDs, DVDs oder Blu-ray-Discs auf einem Linux-System.

Die Software wird gemäß den Bestimmungen der GNU General Public License veröffentlicht, was bedeutet, dass sie den Grundsätzen der Freiheit und Offenheit folgt. Nutzer haben somit die Möglichkeit, die Software zu studieren, zu modifizieren und weiterzuverteilen, was zu einer dynamischen und gemeinschaftsgetragenen Entwicklung beiträgt. Die Verwendung von CDemu unterstreicht nicht nur die Flexibilität von Linux, sondern fördert auch die Schöpfung und Anpassung von virtuellen Laufwerken, um den unterschiedlichen Anforderungen der Benutzer gerecht zu werden.

Insgesamt stellt CDemu eine wertvolle Ressource für Linux-Anwender dar, die auf der Suche nach einer zuverlässigen und freien Lösung für die Emulation von optischen Laufwerken sind.

2.1 Unterstützte Image Formate

Folgende Formate werden unterstützt und können so unter Linux gemountet werden:

DateiendungProgramm, mit dem das Abbild erstellt wurde
B5T, B6TBlindwrite
BINCdrDao, ReadCD, XCDRoast, CDRWin
C2DWinOnCD, Easy Media Creator
CCD, SUB, IMGCloneCD
CDIDiscJuggler
CIFEasy CD Creator
CSOPlayStation Portable
CUECDRWin
DAAPowerISO
DMGApple Disk Image
GBIgBurner
ISOISO 9660
ISZUltraISOs komprimiertes ISO-Abbild
MDS, MDXAlcohol 120%
NRGNero Burning ROM
TOCCdrDao, ReadCD, XCDRoast
UDFUniversal Disk Format

3. Installation

Die Installation unter Arch Linux ist recht unkompliziert und mit wenigen Schritten erledigt.

3.1 Pakete installieren

Die beiden Pakete cdemu-client und cdemu-daemon per Paketverwaltung installieren:

$ sudo pacman -S cdemu-daemon cdemu-client

Auf die darauf folgende Rückfrage wählt man im Standard Fall die vhba-module, also “2” aus. Sollte man den ZEN-Kernel nutzen, dann die “1”, oder wenn man einen eigenen, bzw. modifizierten Kernal nutz, dann vhba-module-dkms mit der “3” auswählen.

Abhängigkeiten werden aufgelöst …
:: Es stehen 3 Anbieter für VHBA-MODULE zur Verfügung:
:: Repositorium extra
   1) linux-zen  2) vhba-module  3) vhba-module-dkms

Geben Sie eine Zahl ein (Voreinstellung=1): 2

3.2 Treiber laden

Entweder man startet den Rechner jetzt neu, oder lädt die Treiber einmalig per Hand:

$ sudo modprobe -a sg sr_mod vhba

Damit ist der CD-Emulator auch schon fertig eingerichtet und kann benutzt werden.


4. Images mounten mit CDEmu

4.1 Image laden

Eine komplette Anleitung für CDEmu kann man sich über die manpage oder im Web unter https://man.archlinux.org/man/cdemu.1.en anschauen. Ich gebe hier nur die wichtigsten Befehle wieder.

Über die Linux Shell kann in einem Terminal mit dem Befel cdemu ein Image gmountet werden. In diesem Beispiel habe ich ein Nero Image mit dem Namen “music.nrg”, welches ich nach /tmp kopiert hatte:

$ cdemu load 0 /tmp/music.nrg

Der Parameter load gibt an, dass ein Image geladen werden soll, die dahinter folgende Ziffer das Laufwerk. Es ist mit CDEmu möglich, mehrere Laufwerke gleichzeitig zu emulieren. In diesem Beispiel habe ich die “0” gewählt, weil gerade nur ein Laufwerk mit einer CD eingehangen werden soll. Und am Schluss wird noch der Pfad und Dateiname des Images angegeben.

CDEmu emuliert SCSI Laufwerke. Man findet also die gemountete CD nicht klassich unter einem Mountpoint, wie zum Beispiel /mnt, sondern als Gerät, in diesem Fall /dev/sr0. Gibt man weitere Laufwerke an, werden diese entsprechend der Nummer beim Befehl cdemu load X unter /dev/srX eingebunden.

4.1.1 Audio-CD unter Linux nutzen

Linux verhält sich nun so, als ob ein physikalisches CD-Laufwerk angeschlossen wäre. Somit kann man mit entsprechenden Programmen einfach auf diese virtuell eingelegte CD zugreifen. Da es sich hier im Beispiel um eine Audio Compact Disc handelt, kann das Kommandozeilentool Mplayer benutzt werden.

Installiert wird dieses über die Paketverwaltung:

$ sudo pacman -S mplayer

Um die eingelegte CD sich nun anhören zu können, gibt man auf der Kommandozeile Mplayer das Device des virtuellen CD-Laufwerkes mit und dass es sich um eine Audio CD handelt:

$ mplayer -cdrom-device /dev/sr0 cdda://

MPlayer startet nun die CD und spielt die Musik ab. Das Tool kann über die Tastatur gesteuert werden. Eine ausführliche Anleitung kann hier eingesehen werden.

4.2 Status auslesen

Wenn man schauen möchte, welche(s) Image(s) eingehangen wurde, und welche Laufwerksnummer benutzt wird, kann den Parameter status nutzen.

$ cdemu status

Laufwerks Status:
DEV   GELADEN    DATEI NAME
0     True       /tmp/music.nrg

4.3 Device Mapping ansehen

Wenn man wissen möchte, welches virtuelle Laufwerk unter welchem Device liegt, kann dies mit dem Parameter device-mapping abgefragt werden:

$ cdemu device-mapping

Die darauf folgende Aussgabe gibt das, bzw. die entsprechenden SCSI CD-Laufwerke an:

Laufwerk mapping:
DEV   SCSI CD-ROM     SCSI generic   
0     /dev/sr0        /dev/sg2   

4.4 Laufwerk “auswerfen”

Um die gemountete virtuelle CD wieder “auswerfen” zu können, wird der Parameter unload, mit Angabe der Laufwersknummer verwendet:

$ cdemu unload 0

5. GUI für CDEmu

Es existieren auch verschiedene grafische Zusatztools, für CDEmu, die das Leben enorm erleichtern. Die beiden wichtigsten sind der KDE CDEmu Manager und gCDEmu. Während der KDR CDEmu Manger, wie der Name es schon vermuten lässt, für das “K Desktop Environment” (KDE) gedacht ist, ist der gCDEmu eine unabhängige GTK Anwendung, die ich persönlich auch angenehmer finde und mehr Optionen bietet.

5.1 gCDEmu installieren

Der gCDEmu Client findet man im AUR (Archlinux User Repository) und kann wie folgt installiert werden:

$ sudo pacman -S --needed base-devel git
$ git clone https://aur.archlinux.org/gcdemu.git
$ cd gcdemu
$ makepkg -si

Sofern schon einmal Pakete aus dem AUR installiert worden sind, kann die erste Zeile übersprungen werden, da diese Tools dann schon installiert sind.

5.2 KDE CDEmu Manager installieren

Oder man kann auch den KDE CDEmu Manager auf ähnliche Weise installieren. Es ist ebenfalls möglich, beide Tools parallel zu installieren. Auch hier gilt, sofern schon AUR Pakete in der Vergangenheit installiert wurden, kann man den ersten Schritt übergehen:

$ sudo pacman -S --needed base-devel git
$ $ git clone https://aur.archlinux.org/kde-cdemu-manager.git
$ git clone https://aur.archlinux.org/kde-cdemu-manager.git
$ makepkg -si

6. Fazit

Es ist nicht sehr schwierig, auch unter Linux einen CD Emulator zu installieren. Und dieser ist ja nicht nur für Images von Audio-CDs geeignet, sondern für so ziemlich alle Arten von Images, die unter Windows, Mac OS oder Linux erstellt werden konnten, bzw. noch können. Und nun kann man auch unter Linux selbst wieder an alte Kopien von Musik CDs gelangen.

Und wenn man die entsprechende GUI in die Autostartgruppe einträgt, wird bei jedem Neustart des Rechner auch automatisch ein kleines Tray Icon hinzugefügt, so dass hier komplett auf die Kommandozeile künftig verzichtet werden kann, wenn der CD-Emulator benötigt wird.

Wer noch ein Tool sucht, die eingelesenen Audio Dateien, ähnlich wie bei iTunes zu verwalten, kann ich folgenden Artikel empfehlen: DeaDBeeF für Linux – fast wie iTunes


Quellen:

https://de.wikipedia.org/wiki/ISO_9660
https://de.wikipedia.org/wiki/Rainbow_Books#Red_Book
https://www.nero.com/eng/products/nero-burning-rom/?vlang=de
https://en.wikipedia.org/wiki/NRG_(file_format)
https://cdemu.sourceforge.io/project/#git
https://de.wikipedia.org/wiki/CDemu
https://wiki.archlinux.org/title/CDemu
https://cdemu.sourceforge.io/about/gcdemu/

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