KiCad ist eine Elektronik-Design-Automatisierungssoftware (EDA), oder auf Deutsch, ein Programm um Schaltpläne zu zeichnen und daraus Platinen Layouts zu entwickeln. KiCad ist Open Source und steht unter der GPL. Die Software wird von einer Gruppe engagierter Freiwilliger und zwei Wissenschaftlern des CERN entwickelt. Leider steht die aktuellen Nightly Releases nicht für Arch Linux zur Verfügung. Aber dank des AUR (Archlinux User Repository) kann man problemlos den aktuellen 2. Release Kandidat der kommenden Version 8.0 installiert werden.
Inhalt
Installation
Es werden zunächst einige Entwickler Tools und Compiler benötigt, die über die Arch Linux Paketverwaltung installiert werden:
$ sudo pacman -S --needed base-devel git libgit2
Anschließend wird vom AUR das entsprechende Repository herunter geladen. Danach in das Verzeichnis wechseln und mit makepkg -si den Vorgang starten:
$ git clone https://aur.archlinux.org/kicad-nightly.git $ cd kicad-nightly
In dem Repository befindet sich im Grunde nur eine Steuerungsdatei (PKGBUILD), welches makepkg steuert. Da der Ersteller dieser Datei nur die englische Sprache vorgesehen hat, muss eine kleine Anpassung vorgenommen werden an der PKGBUILD Datei. Dazu wird als erstes diese mit einem Editor geöffnet, zum Beispiel vim oder nano (Müssen ggf. vorher noch installiert werden):
$ vim PKGBUILD
Im mittleren Teil dieser Datei findet sich ein Block, in dem unter anderem folgende Einträge stehen:
-DCMAKE_BUILD_TYPE=Release \ -DCMAKE_INSTALL_PREFIX=/usr/lib/kicad-nightly \ -DCMAKE_INSTALL_DATADIR=/usr/share/kicad-nightly \ -DCMAKE_INSTALL_DOCDIR=/usr/share/doc/kicad-nightly \ -DCMAKE_INSTALL_LIBDIR=/usr/lib/kicad-nightly/lib \ -DCMAKE_EXECUTABLE_SUFFIX=-nightly \ -DKICAD_USE_OCC=ON \
Dort fügt man nun folgende Zeile hinzu:
-DKICAD_BUILD_I18N=ON \
Die Datei sollte dann ungefähr so aussehen (je nach Releasedatum, können weitere Einträge dort stehen):
-DCMAKE_BUILD_TYPE=Release \ -DCMAKE_INSTALL_PREFIX=/usr/lib/kicad-nightly \ -DCMAKE_INSTALL_DATADIR=/usr/share/kicad-nightly \ -DCMAKE_INSTALL_DOCDIR=/usr/share/doc/kicad-nightly \ -DCMAKE_INSTALL_LIBDIR=/usr/lib/kicad-nightly/lib \ -DCMAKE_EXECUTABLE_SUFFIX=-nightly \ -DKICAD_USE_OCC=ON \ -DKICAD_BUILD_I18N=ON \ -DKICAD_USE_EGL=ON \ -DKICAD_SCRIPTING_WXPYTHON=ON \ -DKICAD_BUILD_I18N=ON \ -DKICAD_DATA=/usr/share/kicad-nightly \ -Wno-dev
Dieser Parameter sorgt dafür, dass der Kompiler auch die Bibliotheken für weitere Sprachen erstellt. Danach die Datei speichern und den Editor verlassen. Dann kann der eigentliche Prozess gestartet werden:
$ makepkg -si
Es werden zuerst die notwendigen Abhängigen heruntergeladen, weswegen zwischendurch auch für die sudo Rechte das Passwort des Benutzers abfragt und hier und da auch ein “J” zur Bestätigung benötigt wird. Dann wird das eigentliche KiCad Repository heruntergeladen und kompiliert. Dabei werden auch entsprechende Parameter gesetzt.
Dieser Vorgang dauert einige Minuten. Im Anschluss wird KiCad automatisch installiert.
Danach kann KiCad gestartet werden. Dazu gibt es einen Desktop Eintrag “KiCad Nightly” in der entsprechenden Oberfläche.
Schaut man unter <Hilfe> –> <Über KiCad>, sieht man die vollständige Versionsnummer:

Fazit
Es ist recht einfach, dank dem AUR und den vielen dort unermüdlich tätigen Usern, sich aus dem Quelltext ein Programm zu erstellen, ohne das man sich tiefgehend damit beschäftigen muss. Je nach Hardware, bzw. Rechnerleistung ist der ganze Vorgang in 10 bis 30 Minuten erledigt. Es ist lediglich zu beachten, dass es sich bei den Nightly Versionen um Vorabversionen handelt, die nicht Fehlerfrei sein müssen. Aber wer vorab schon mal die kommende Version 8 von KiCad testen möchte, hat hier mit dem Release Candiate 2 schon eine sehr weit ausgereifte Version.
Zum Thema 3D Modelle für Layoutprogramme wie KiCad hatte ich HIER schon mal etwas geschrieben gehabt.
Quellen:
https://www.kicad.org/
https://dev-docs.kicad.org/en/build/compile-options/
https://gitlab.com/kicad/code/kicad
https://aur.archlinux.org/packages/kicad-nightly
