Die Installation von KDE Plasma mit Wayland und SDDM auf Arch Linux bietet eine moderne und leistungsfähige Desktop-Umgebung mit verbesserter Grafikleistung und Sicherheit. Wayland ist ein Protokoll zur Anzeige, das als moderner Ersatz für das ältere X11-System dient und eine bessere Integration mit Hardware-Beschleunigung und Multimonitor-Unterstützung bietet. SDDM (Simple Desktop Display Manager) ist ein schlanker und anpassbarer Display Manager, der die Anmeldung und Verwaltung von Benutzersitzungen auf dem Desktop übernimmt. In dieser Anleitung werden wir die Schritte zur Installation von KDE Plasma mit Wayland und SDDM auf Arch Linux erklären, um eine optimierte und benutzerfreundliche Desktop-Umgebung zu schaffen.
Inhalt
Einleitung
Arch Linux bringt nicht automatisch eine grafische Benutzeroberfläche mit, sondern startet ganz klassisch mit einem einfachen Terminal Prompt zum anmelden. Als Server ist dies auch vollkommen ausreichend, für einen Desktop aber etwas karg. Damit man in den Genuss einen grafischen Oberfläche kommt, muss diese gesondert installiert werden.
Vereinfacht ausgedrückt besteht die grafische Oberfläche bei Linux aus 3 Komponennten:
- Display-Server
- Der Display-Server ist die zentrale Komponente, welche zwischen der eigentlichen Hardware (Grafikkarte, Tastatur, Maus, etc.) und den Fenstern vermittelt, bzw. steuert. Bekanntester Vertreter ist der X.org Server.
- Display-Manager
- Damit auch Fenster dargestellt werden können, wird noch ein Display-Manager benötigt. Klassisch wäre dies das “X-Window-System” oder auch kurz X11 genannt. Dieser stellt unter anderem auch ein Netzwerkprotokoll bereit, was es ermöglicht, Fenster auf einem anderen Rechner darzustellen. So kann man zum Beispiel unter Windows auch einen Display-Server mit Manager installieren und sich Fenster von einem Linux Rechner anzeigen lassen. Mittlerweile gibt es hier, neben X11 auch die Variante Wayland, die langsam X11 ablöst.
- Grafische Benutzeroberfläche
- Jetzt ist zwar ein grafischer Desktop vorhanden, und man kann auch Fenster, bzw. Programme darstellen, aber mehr passiert noch nicht. Damit man auch das ganze einfach bedienen kann, braucht es noch eine passende Benutzeroberfläche. Hier gibt es mittlerweile eine fast unüberschaubare Anzahl an Varianten. Bekannteste sind KDE (in der aktuellen Version KDE Plasma) oder GNOME.
Wie gesagt, ist das nur eine vage simple Beschreibung, um einen kleinen Überblick zu bekommen. Zusätzlich zu den oben 3 genannten Komponenten wird normalerweise auch ein sogenannter “Login-Manager” installiert. Auch hier gibt es unzählige Möglichkeiten, wobei heute unter Linux meistens nur noch GDM oder SDDM installiert wird. Diese Komponente ist optional, macht aber das Leben leichter. Es wird nicht nur ein grafischer Login Bildschirm bereit gestellt, auch ein auswählen von verschiedenen Benutzeroberflächen, sofern weitere installiert wurden, ist hier möglich.
Grundinstallation
Als erstes sollte das System aktualisiert werden:
$ sudo pacman -Syu
Damit wird sichergestellt, dass das System auf dem neuesten Stand ist. Gegebenenfalls sollte danach noch einmal Neustart durchgeführt werden.
$ sudo pacman -S xorg plasma plasma-desktop plasma-meta plasma-wayland-session sddm sddm-kcm
Es kommen nun mehrere Abfragen, bei denen alle Voreinstellungen übernommen werden können. Es reicht hier also, einfach die <ENTER> Taste immer wieder zu betätigen:
:: Es gibt 48 Elemente in Gruppe xorg: :: Repositorium extra 1) xf86-video-vesa 2) xorg-bdftopcf 3) xorg-docs 4) xorg-font-util 5) xorg-fonts-100dpi 6) xorg-fonts-75dpi 7) xorg-fonts-encodings 8) xorg-iceauth 9) xorg-mkfontscale 10) xorg-server 11) xorg-server-common 12) xorg-server-devel 13) xorg-server-xephyr 14) xorg-server-xnest 15) xorg-server-xvfb 16) xorg-sessreg 17) xorg-setxkbmap 18) xorg-smproxy 19) xorg-x11perf 20) xorg-xauth 21) xorg-xbacklight 22) xorg-xcmsdb 23) xorg-xcursorgen 24) xorg-xdpyinfo 25) xorg-xdriinfo 26) xorg-xev 27) xorg-xgamma 28) xorg-xhost 29) xorg-xinput 30) xorg-xkbcomp 31) xorg-xkbevd 32) xorg-xkbutils 33) xorg-xkill 34) xorg-xlsatoms 35) xorg-xlsclients 36) xorg-xmodmap 37) xorg-xpr 38) xorg-xprop 39) xorg-xrandr 40) xorg-xrdb 41) xorg-xrefresh 42) xorg-xset 43) xorg-xsetroot 44) xorg-xvinfo 45) xorg-xwayland 46) xorg-xwd 47) xorg-xwininfo 48) xorg-xwud Geben Sie eine Auswahl ein (Voreinstellung=alle): :: Es gibt 51 Elemente in Gruppe plasma: :: Repositorium extra 1) bluedevil 2) breeze 3) breeze-gtk 4) breeze-plymouth 5) discover 6) drkonqi 7) flatpak-kcm 8) kactivitymanagerd 9) kde-cli-tools 10) kde-gtk-config 11) kdecoration 12) kdeplasma-addons 13) kgamma 14) khotkeys 15) kinfocenter 16) kmenuedit 17) kpipewire 18) kscreen 19) kscreenlocker 20) ksshaskpass 21) ksystemstats 22) kwallet-pam 23) kwayland-integration 24) kwin 25) kwrited 26) layer-shell-qt 27) libkscreen 28) libksysguard 29) milou 30) oxygen 31) oxygen-sounds 32) plasma-browser-integration 33) plasma-desktop 34) plasma-disks 35) plasma-firewall 36) plasma-integration 37) plasma-nm 38) plasma-pa 39) plasma-sdk 40) plasma-systemmonitor 41) plasma-thunderbolt 42) plasma-vault 43) plasma-welcome 44) plasma-workspace 45) plasma-workspace-wallpapers 46) plymouth-kcm 47) polkit-kde-agent 48) powerdevil 49) sddm-kcm 50) systemsettings 51) xdg-desktop-portal-kde Geben Sie eine Auswahl ein (Voreinstellung=alle): <ENTER> :: Es stehen 2 Anbieter für jack zur Verfügung: :: Repositorium extra 1) jack2 2) pipewire-jack Geben Sie eine Zahl ein (Voreinstellung=1): <ENTER> :: Es stehen 8 Anbieter für ttf-font zur Verfügung: :: Repositorium extra 1) gnu-free-fonts 2) noto-fonts 3) ttf-bitstream-vera 4) ttf-croscore 5) ttf-dejavu 6) ttf-droid 7) ttf-ibm-plex 8) ttf-liberation Geben Sie eine Zahl ein (Voreinstellung=1): <ENTER> :: Es stehen 2 Anbieter für phonon-qt5-backend zur Verfügung: :: Repositorium extra 1) phonon-qt5-gstreamer 2) phonon-qt5-vlc Geben Sie eine Zahl ein (Voreinstellung=1): <ENTER>
Es werden noch einmal alle zu installierenden Pakete aufgelistet und gefragt, ob die Installation fortgesetzt werden kann.
:: Installation fortsetzen? [J/n]
Nachdem man hier die Frage mit “J” beantwortet hat, beginnt die eigentliche Installation. Diese dauert, je nach verfügbare Internetbandbreite einige Minuten.
Login-Manager aktivieren
Damit nach einem Neustart die grafische Oberfläche automatisch gestartet wird, muss noch SDDM aktiviert werden:
$ sudo systemctl enable sddm
Applikationen installieren
Jetzt sind noch keine großen Applikationen installiert. Es gibt ein Grundpaket, wo viele nützlichen Tools und Programme enthalten sind, u.a. auch der Dateimanager Dolphin:
$ sudo pacman -S kde-applications
Es wird eine Auswahl angezeigt, welche Tools, bzw. Programme installiert werden sollen. Ich würde vorschlagen, einfach die “Voreinstellung=alle” zu übernehmen. Aber bei Bedarf können hier auch nur einzelne Positionen ausgewählt werden.
:: Es stehen 2 Anbieter für qt5-python-bindings zur Verfügung: :: Repositorium extra 1) pyside2 2) python-pyqt5 Geben Sie eine Zahl ein (Voreinstellung=1): <ENTER> :: Es stehen 2 Anbieter für cron zur Verfügung: :: Repositorium core 1) cronie :: Repositorium extra 2) fcron Geben Sie eine Zahl ein (Voreinstellung=1): <ENTER> :: Es stehen 128 Anbieter für tessdata zur Verfügung: :: Repositorium extra 1) tesseract-data-afr 2) tesseract-data-amh 3) tesseract-data-ara 4) tesseract-data-asm 5) tesseract-data-aze 6) tesseract-data-aze_cyrl 7) tesseract-data-bel 8) tesseract-data-ben 9) tesseract-data-bod ... ... LISTE ABGEKÜRZT ... 123) tesseract-data-urd 124) tesseract-data-uzb 125) tesseract-data-uzb_cyrl 126) tesseract-data-vie 127) tesseract-data-yid 128) tesseract-data-yor Geben Sie eine Zahl ein (Voreinstellung=1): 25
Bis auf die letzte Frage nach “tessdata“, kann wieder die Voreinstellung mit <ENTER> übernommen werden. Bei der Auflistung der “tesseract-data-<...>” Pakete empfehle ich die Auswahl von “tesseract-data-deu” für das deutsche Sprachpaket. Bei meiner Installation war dies die Nummer “25”. Dies sollte aber noch einmal kontrolliert werden, da sich die Liste ändern könnte.
:: Installation fortsetzen? [J/n]
Und zum Schluss noch die Installation mit “J” bestätigen.
Weitere Sprachen in SDDM
Derzeit ist nur die amerikanische Sprachumgebung aktiviert. Damit auch Deutsch möglich ist, muss die Datei /usr/share/sddm/scripts/Xsetup angepasst werden:
$ sudo vim /usr/share/sddm/scripts/Xsetup
Hier wird am Ende die Zeile “setxkbmap de,gb,us” eingefügt, so das am Schluss die Datei wie folgt aussieht:
#!/bin/sh # Xsetup - run as root before the login dialog appears setxkbmap de,gb,us
Die Datei kann danach gespeichert werden.
Anschließend kann der Rechner neu gestartet werden:
$ sudo reboot
Erster Start
Nach dem Neustart erscheint nun der grafische Login Bildschirm:

Und nach der Anmeldung sieht man die KDE Plasma Oberfläche:

Tastatursprache in KDE einstellen
Zwar ist die Oberfläche auf Deutsch gestellt, aber sobald man etwas über die Tastatur eingeben möchte, wird man feststellen, dass ein englisches Sprachlayout eingestellt ist. Die weiter oben vorgenommene Spracheinstellung bezog sich nur auf SDDM und damit der Login Oberfläche. Diese ist unabhängig vom eigentlich KDE Desktop zu sehen, weil der SDDM ja auch GNOME oder einen der anderen Desktops laden könnte.
Dazu ruft man die Systemeinstellungen auf. Das ist das kleine Symbol in der unteren Taskleiste auf der linken Seite:

Systemeinstellungen
Dort klickt man auf der linken Seite auf “Eingabegeräte“. Auf der rechten Seite befinden sich dann mehrere Reite, von denen man “Belegungen” auswählt. Hier selektiert man die Checkbox “Belegungen einrichten” an. Jetzt kann man eine neue Tastatursprache hinzufügen, indem man auf “+ Hinzufügen” klickt. In das Suchfeld gibt man “Deutsch” ein und wählt in dem darunter angezeigten Bereich “Deutsch” an. Mit “✓Ok” bestätigen. Jetzt noch auf “✓Anwenden” klicken.

Das “Systemeinstellungen“-Fenster kann nun geschlossen werden und eine deutsche Tastaturbelegung ist eingestellt.
Paketverwaltung hinzufügen
Wenn man die Programmverwaltung aufruft, wird man feststellen das man nur Flathub als Quelle zur Verfügung hat. Auch kann man keinerlei Arch Linux Updates über das grafische Tool herunterladen, sondern muss dies weiterhin über die Konsole ausführen. Damit man nun aber auch die Arch Linux Quellen direkt über das Programm “Discover” (was die Programmverwaltung von KDE Plasma ist), müssen noch ein paar Pakete installiert werden. Dazu ruft man eine “Konsole” auf und gibt folgendes ein:
$ pacman -S packagekit-qt5 fwupd
Danach hat man nicht nur die Standard Arch Linux Paketquellen in Discover hinzugefügt, sondern es werden auch automatisch im Hintergrund regelmäßig nach neuen Updates gesucht.
Quellen:
https://wiki.archlinux.de/title/Plasma
https://wiki.archlinux.org/title/SDDM
https://wiki.archlinux.org/title/Wayland
