Einleitung
Auf der Cartridge befinden sich 4 Steckplätze. Diese können mit EPROMs und natürlich auch EEPROMs in den folgenden Größen bestückt werden:
- 2764
- 27128
- 27256
- 27512
Und natürlich die entsprechenden CMOS-Varianten, sowie EEPROMs.
Wenn die Karte mit 4 Stück 27512 bestückt ist, ergibt dies 2048kbit oder umgerechnet 256kByte, was damals schon eine beachtliche Menge war. Das war deutlich mehr, als das Commodore-Laufwerk 1541 auf einer Diskettenseite speichern konnte.
Die EPROMs konnten in der Größe gemischt werden.
Der eigentliche Vorteil dieses Moduls war, dass der Speicher zusammenhängend genutzt wurde. Viele EPROM-Karten waren dadurch begrenzt, dass das jeweilige Programm immer komplett in ein einzelnes EPROM passen musste. Es durfte also nicht größer sein als das EPROM selbst.
Besonders bei vielen Tools kam es dann immer wieder vor, dass auf jedem EPROM freier Platz ungenutzt war, weil zum Beispiel noch 2kByte frei waren, aber das kleinste Programm noch 3kByte hatte.
Der Brainy benutzt die EPROMs überlappend. Dann werden die ersten 2kByte in das eine EPROM geschrieben und die restlichen 1kByte in das nächste EPROM.
Software
Der Karte liegt eine Diskette bei, mit der das entsprechende Menü zusammengestellt und die einzelnen EPROM-Images erzeugt werden.
Die Software ist etwas gewöhnungsbedürftig, aber funktionell an die Brainy-Cartridge angepasst.
Nach dem Start der Software wird zunächst die Platzierung konfiguriert. Es ist nicht möglich, diese Konfiguration später zu ändern, ohne alle EPROMs neu zu erstellen.
Da alle Einzelprogramme EPROM-übergreifend und damit platzsparend gespeichert sind, kann ein kleineres EPROM nicht einfach gegen ein größeres ausgetauscht werden.

Mit den Cursortasten wird die Größe und der EPROM-Slot ausgewählt. Mit der Kombination <SHIFT> + <RETURN> gelangt man zum nächsten Konfigurationspunkt.

Hier wird nun die Basisadresse der Cartridge angegeben. Diese muss mit den entsprechend gesetzten Lötjumpern übereinstimmen. Standardmäßig sind die Jumper so gesetzt, dass die Basisadresse $DE00 ist. Wenn an den Lötjumpern nichts verändert wurde, bitte auch hier nichts ändern. Mit <SHIFT> + <RETURN> einfach zum nächsten Punkt springen.

Es wird nun gefragt, welches Diskettenlaufwerk angeschlossen ist. Auf einer 1541 ist natürlich weniger Platz als auf einer 1571, so dass die Software weiß, wann die Diskette gewechselt werden muss und wie die Images zu verteilen sind.
Mit den Cursortasten auswählen und wie zuvor mit <SHIFT> + <RETURN> fort fahren.

Der Discjockey
Im nächsten Schritt wird festgelegt, welche Programme auf dem Modul gespeichert werden sollen. Es können natürlich nur sogenannte „Onefiler“ gespeichert werden. Software, die nur von Diskette geladen werden kann, funktioniert nicht.
Hier ist vorab zu sagen, dass man nicht nur die entsprechende Anzahl von formatierten leeren Disketten vorbereiten sollte, sondern auch die Disketten mit den entsprechenden Programmen, die sich auf dem Modul befinden sollen.
Mein Tipp an dieser Stelle wäre, vorher entsprechende Disketten zu erstellen und die dort gesammelten Programme vorab zu speichern. Denn man darf sofort im wahrsten Sinne des Wortes Diskjockey spielen.
Also ständig die einzelnen Disketten wechseln. Und man kommt schnell durcheinander, wo denn welches Programm drauf ist.
Zuerst die Diskette mit dem Programm einlegen, das auf den Brainy abgelegt werden soll und anschließend <RETURN> drücken.

Auf der linken Seite wird nun das Verzeichnis angezeigt. Möchte man ein Programm auf dem Brainy speichern, so kann dieses mit den Cursortasten ausgewählt und mit <RETURN> auf die rechte Seite übertragen werden.
Wenn man die gewünschten Programme von dieser Diskette ausgewählt hat, drückt man wieder <SHIFT> + <RETURN>.

Auch hier werden die gewünschten Programme ausgewählt.

Und das wird nun so lange wiederholt, bis die EPROMS vollständig gefüllt sind. Wenn genügend Programme gesammelt wurden und nun die EPROM-Images erstellen werden können, mit der Taste „←“ fortfahren. Ansonsten wie bisher mit <SHIFT> + <RETURN> die nächste Diskette auswählen.

Wenn mit dem Sammeln der Programme abgeschlossen wurde, indem die linke Pfeiltaste gedrückt wird (oberhalb der <CTRL>-Taste und links von der <1>-Taste), erhältt man eine Übersicht über die gesammelten Programme.
Hier kann noch einmal entschieden werden, was auf das Brainy abgelegt werden soll.
Mit der Taste <RETURN> werden die Programme wieder auf die rechte Seite übernommen. Auf diese Weise kann auch die Reihenfolge bestimmt werden, in der das Menü später angezeigt werden soll.

Die Farben können mit den Funktionstasten <F3/F4> und <F5/F6> variiert werden. Wenn alles entsprechend angeordnet wurde, dann folgt der nächste Schritt mit <SHIFT> + <RETURN>.

Nun können die Startadressen der einzelnen Programme bei Bedarf angepasst werden. Normalerweise muss man hier selten etwas ändern. Wie gewohnt geht es mit <SHIFT> weiter.

Jetzt kommt der große Auftritt als Discjockey. Denn nun werden die Quelldisketten der einzelnen Programme, sowie die Disketten für die EPROM-Images ständig hin und her getauscht.
Wer sich die Quelldisketten vorher entsprechend zusammengestellt hatte, ist klar im Vorteil und spart auch noch die Suche nach der entsprechenden Diskette.
Am Ende erhält man Disketten mit den entsprechenden EPROM-Images. Diese Dateien sind natürlich dazu gedacht, auf dem C64 gebrannt zu werden.
Wenn dazu ein PC verwendet werden soll, müssen die ersten beiden Bytes für die Ladeadresse aus den EPROM-Images entfernt werden.
Je nach Größe des EPROMs sind die Dateien auch aufgeteilt (1a…,1b…, usw.). Dies wurde gemacht, weil die großen EPROM-Typen nicht vollständig in den Speicher des C64 passen würden und in zwei Durchgängen gebrannt werden. Auf dem PC kann man die Dateien entweder vorher zusammenkopieren, oder sie nacheinander in die EPROM-Software laden (Adresse beachten!).
Sollte übrigens noch ein passender EPROM Brenner fehlen, dann könnte hiermit geholfen werden: Nachbau des DELA EPROMMER II für den Commodore C64
Download
Alles, was nötig ist, um die Cartridge nachzubauen, sowie die Software, habe ich auf meinen Codeberg-Account gestellt: https://codeberg.org/diwou/Brainy_-_256k_Cartridge_for_C64
